Ythcals Gedanken
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Das verlorene Eszett
„Lerne heisse Singles aus Deiner Umgebung kennen“ fordert mich die neueste Spam-Mail auf, und wandert durch diesen Umstand ein paar Hundertstelsekunden später als ihre Artverwandten in den dazugehören virtuellen Abfalleimer. Nicht der Singles wegen, sondern weil ich wieder trefflich innerlich mit dem Kopf schütteln konnte. Was ist bloß mit meinem geliebten Eszett passiert?
Es gibt so ein paar Buchstaben, Buchstabenverbindungen und Ligaturen, die meine uneingeschränkte Sympathie besitzen, warum auch immer. Hauptsächlich handelt es sich dabei um etwas ungewöhnlichere Zeichen; so eben auch das „ß“. Auch das ist mit ein Grund, weswegen ich, so lange ich darf, an der alten Rechtschreibung festhalte. Bei Delfinen, Telefonen und Fysik (ach nee, da ja nicht) bekomme ich innerlich Pickel. Nun scheint es wirklich nicht wenige Leute zu geben, die glauben, mit der Schreibreform sei insbesondere das scharfe S abgeschafft worden. Wie auch immer sie darauf kommen. Zugegeben, mit den alten Regeln (jawohl, die gab es) hatten viele so ihre Schwierigkeiten, weswegen nur eine übrigblieb: ss nach Kurzvokal, ß nach Langvokal (wobei ein Diphtong, also ein Doppelvokal wie „ei“ oder „au“, als Langvokal gilt). Gefallen ist die Regel, ein Doppel-s im Wortauslaut in ein Eszett zu wandeln. Das macht das ganze nach meinem Empfinden nicht viel einfacher, wenn es denn vorher schwierig war, dafür aber häßlicher. (Aha, ein Punkt, an dem Personen, die mit besagter Regel Schwierigkeiten haben, nachfragen könnten, weshalb dann bei „häßlich“ kein Doppel-s steht. Ganz einfach, bei Wortverbindungen gilt wieder die Auslautgeschichte.)
Wohlgemerkt: Die Regel mit dem Langvokal ist geblieben. Wir sind hier ja nicht in der Schweiz! Naja, ich zumindest nicht. Und trotzdem wimmelt es in Korrespondenzen von „Grösse“ und „schliessen“. Wirklich „Spass“ macht das Lesen da nicht. Schön und gut, privat darf ja jeder schreiben, wie er meint, auch ich erlaube mir da ja manchmal so meine stilistischen Eigenheiten, aber leider bleiben diese Fehlschreibungen nicht im kleinen Kreis. Man findet sie auf Flyern, Webseiten, Straßen- (oder Strassen-?)schildern, Ladenschildern, Geschäftsbriefen... einfach überall. Die Krönung habe ich zur kürzlichen WM auf dem Poster einer Jugendorganisation an einer deutschen Realschule gefunden: Fussball.
Und da wundern sich die Firmen, wenn die deutschen Schulabgänger in ihren Bewerbungen nicht richtig schreiben können, wenn sie sogar in der Schule so etwas häufiger vor Augen haben!? (Gehört zwar nicht wirklich in diesen Beitrag, aber wenn ich schon bei Plakaten für Schüler an Schulen bin: Ein anderes zierte der Satz „Jedes Mädchen hat ihren eigenen Stil“ (oder so ähnlich) *autsch*)
Aber ich will hier ja nicht Bastian Sick seinen Arbeitsplatz streitig machen. ;-)
In diesem Sinne: Heisse Grüsse
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Eszett
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(Zurück)entliehene Mode
Schon seit ein paar Jahren kann man, zumindest in einigen Subkulturen, eine stete Zunahme und Akzeptanz beobachten, aber die Entwicklung der letzten Wochen, bedingt durch die Fußball-WM, ist wirklich phänomenal. Schade, daß es sich hier wohl nur um ein spielerisches Element handeln wird, das, kaum daß der letzte Schlußpfiff für die deutsche Elf ertönt ist, wieder verschwinden wird. Um nicht länger um den Brei, den heißen, herumzureden: Ich meine den Rock an Männerhüften.
Und auch wenn das Ergebnis der WM-Euphorie lediglich aus umgeschwungenen Flaggen besteht, so handelt es sich doch eindeutig um Röcke, und niemand stört sich daran. Zu allem Überfluß kann man dazu feststellen, daß es vielen Kerlen sogar recht gut steht.
Aus welchem Grund wird dieses Kleidungsstück im „normalen“ Alltag für Männerbeine aber noch immer von Modeschöpfern und der Gesellschaft verpönt? Steckt etwa eine patriarchaische Angst dahinter, nicht mehr als „männlich“ zu gelten? Aber in einer Welt, in der viele Frauen versuchen, männlicher zu wirken, oder zumindest die Hosen an haben und an haben wollen, wäre es doch nur konsequent, kehrten im Gegenzug einige Männer eine leichte Weiblichkeit nach Außen, sozusagen als Efrauzipation. Denn eines ist klar: Durch die fließende, wehende Optik wirken, zumindest lange, Röcke elegant, weich und sogar ein wenig anmutig, und laufen somit demonstrierter Kraft und Härte entgegen.
Aber in den alten Zeiten vor der Hose, also bis ins späte Mittelalter, hat dies hierzulande auch niemanden gestört. In diversen wärmeren Ländern, vor allem in Afrika, Asien und im arabischen Raum, ist es auch heute noch üblich, daß beiderlei Geschlecht Röcke, Sarongs, Kaftane, Djellabas, Fustanellen, Pareos oder lange Tuniken tragen, in Samoa gehört der Rock sogar zur allgemeinen Polizeiuniform. Es ist eben nur in unseren Breitengraden nicht mehr üblich. Und somit muß ich dann auch von meiner Mutter hören, ich solle mich doch in der Öffentlichkeit „ordentlich“ kleiden, will heißen, mich nahtlos den Standards anpassen, um nicht aufzufallen oder anzuecken. Gesellschaftliche Konventionen werden also gerne über Komfort und Selbstverwirklichung gestellt. Aber mal im Ernst: Wo wäre unsere Gesellschaft heute, ohne die vielen Querdenker und zu ihrer Zeit verlachten Tüftler? Normen wandeln sich, also kann man auch ruhig einmal selbst einen Teil der Änderung bilden, anstatt auf die Änderungen zu warten, und sich dann wieder nur anzupassen.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang eine repräsentative Umfrage über das tatsächliche öffentliche Meinungsbild. Ich kann mir denken, daß im Schnitt, insbesondere bei der holden Weiblichkeit, zu dem Thema nicht nur Gleichgültigkeit, sondern sogar verhaltene Begeisterung in den Köpfen schlummert.
Ja, ich selbst bin überzeugter Rockträger, obwohl ich es mir lange Jahre nicht vorstellen konnte, und eigentlich ist es schade, daß die Fußballfans sich die Flaggen lediglich über ihre Hosen gewickelt haben, denn somit entgeht ihnen die Erfahrung, wie angenehm gerade bei diesen hohen Sommertemperaturen die Luftigkeit mit gleichzeitigem Sonnenschutz um die Beine ist. Bequem ist es außerdem.
Also, Männer: Wenn Ihr der Meinung seid, nicht immer den Macho raushängen lassen zu müssen, probiert doch einfach mal einen Rock an und aus. Und wenn es nur heimlich vor dem heimischen Spiegel ist. Auch in Damenabteilungen oder Schränken der Partnerin finden sich lange schlichte Röcke, oder man(n) durchstöbert Fetish- und Szeneläden nach speziellen Männerröcken (die dann meist mit Nieten, Ösen oder Ketten verziert sind) oder Kilts. Zur Not reichen zum Ausprobieren aber sicherlich auch Tischdecke und ein-zwei Sicherheitsnadeln oder das große Badetuch. Nur Mut!
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Der unästhetische Männerkörper
„Männerkörper sind unästhetisch!“ – Es ist nicht das erste Mal, daß ich diesen Satz aus dem Munde einer Frau höre. Im Zug nach B. war ich beim Durchblättern der Zeitschrift einer Kommilitonin mit dem Thema „Die Frau“ bei Aktphotos von Männern angelangt. „Dieses Gebaumel ist doch eklig.“ Ich lasse es mir nicht anmerken, doch innerlich bin ich ziemlich erschüttert. Millionen deutscher Frauen stehen auf Männer und haben Sex mit ihnen, aber nackt wollen sie sie nicht sehen, finden den Anblick gar abstoßend? „Nackte Männer sind nicht schön, aber wenn ich in ihn verliebt bin ist das anders“, dieser Satz stammt (zumindest sinngemäß) von einer Expartnerin von mir. Es scheint wahrhaftig kein Einzelfall. Dahingegen sind sich alle einig, Männlein wie Weiblein, daß Frauenkörper grundsätzlich ästhetisch seien. Wie kommt es dazu, daß die Natur uns Männer so degeneriert ins Leben wirft, daß uns der biologisch passendste Partner nicht ansehen mag? Oder liegen die Gründe an anderer Stelle?
Zugegeben, viele Männer sind wirklich nicht sonderlich augenfällig, auch bekleidet nicht, aber gilt dies nicht ebenso für Frauen? Im Schnitt achtet die Weiblichkeit zwar mehr auf sich, aber das scheint mir diese Verallgemeinerung noch lange nicht zu rechtfertigen. Zumal sich die Hauptkritik wohl auch auf die Geschlechtsteile an sich richtet.
In Werbung und Aktphotographie begegnen uns ständig mehr oder weniger bekleidete weibliche Wesen, bis auf sehr wenige Ausnahmen natürlich mit Proportionen, die derzeit als ideal gelten, Männerakte hingegen sind vergleichsweise selten. Könnte es also eventuell auch an unseren Sehgewohnheiten liegen?
Vielleicht. Auch die Männerakte sparen in der Regel das „Gebaumel“ aus und zeigen ansonsten gerne durchtrainierte Muskeln – dazu paßt so schlaffes Gewebe natürlich nicht sonderlich. Doch weshalb gibt es im Verhältnis so wenig Bilder von nackten Männern, auch ohne explizite Darstellung? Möglicherweise weil Männer als Zielgruppe der Bilder komplett auszuscheiden scheinen, und diese somit halbieren. Die Photographen scheinen in dieser Sparte aber auch sehr ideen- oder „risiko“-los, zumindest sind interessante Experimente oder gewagte andere Darstellungen mit der Lupe zu suchen. (Wenn ein ambitionierter Hobby- oder Profiphotograph aus der Nähe Hannovers hier etwas ändern möchte, ich stelle mich gerne als Motiv zur Verfügung.)
Und je länger ich über den Punkt der Sehgewohnheiten nachdenke, desto plausibler wird er mir. Generell herrscht in unserer Moralwelt noch immer eine Tabuisierung des Körperlich-Geschlechtlichen, das kann auch die allgemein geheuchelte Liberalisierung und Hochglanzfreizügigkeit nicht vertuschen. Frauen haben es hier relativ einfach, die primären Geschlechtsteile optisch verschwinden zu lassen: sie schließen einfach die Beine. Dahingegen werden Penis und Hodensack in der Regel noch immer als abstoßend und sogar „gefährlich“ stigmatisiert. Dies geschieht bereits im prägenden Kindesalter, in dem die Eltern wegen falscher Scham Fragen nach diesen deutlich sichtbaren Körperteilen abwimmeln, und Medien und Eltern das skurrile Bild des „schlimmen“ Mantelexhibitionisten propagieren. Das geht so weit, daß das bundesdeutsche Strafgesetzbuch Männern, und nur Männern, bei Nacktheit in der Öffentlichkeit Gefängnisstrafen androht (§183 StGB), und damit dem Artikel 3 (einem Grundrecht!) unseres Grundgesetzes widerspricht (Artikel 3 GG „Gleichheit vor dem Gesetz“).
Fragt man den bekannten Psychologen und Nacktwanderer Dr. Peter Niehenke nach seinen Erlebnissen, so muß man erfahren, daß sich beispielsweise ein junges Mädchen über den Anblick des nackten Körpers erschreckt(!) habe. Dazu reagieren viele Menschen sehr aggressiv und behaupten, vor allem Kinder und ältere Leute müssten vor dem Anblick beschützt werden. Und obwohl es nach Umfragen den meisten Erwachsenen in Deutschland für sich egal sei, ob Mitmenschen nackt herumspazierten, scheint jene Meinung weit verbreitet. Bekommt man also als Kind diese Ansichten eingetrichtert, was natürlich bei Mädchen wesentlich intensiver geschehen dürfte, so scheint es kein Wunder, daß diese Abscheu auch im Erwachsenenalter noch vorherrscht. Da wirkt es regelrecht paradox, daß der Phallus letztendlich doch wieder Objekt der fleischlichen Begierde wird.
Der Zug rollt in unseren Zielbahnhof ein, während vom Werbeplakat einer Zeitung ein Mann mit entblößter Scham das Eintreffen beobachtet. Vielleicht ändern sich die körperfeindlichen Ansichten ja doch einmal.
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Katastrophen #1
Okay, hier sammele ich mal meine kleinen Katastrophen, die eigentlich niemanden sonst interessieren :-)
Fangen wir mal an, zwei habe ich schon:
1. hat Playmobil die Wikinger aus dem Programm gekippt. Stattdessen gibt es nun Römer; wer will denn die haben? Wo ich mir doch derzeit absolut nicht leisten kann, mal eben alle noch fehlenden Wikingerpackungen zu erstehen, auch wenn's nicht viele sind... *seufz* Und überhaupt fehlt mir noch der Wikinger aus der Special-Reihe von 1995, den habe ich Eumel mir damals nicht gekauft. Und nun sucht man ihn vergebens... Wo wir schon mal beim Thema sind: Immer wieder scheint sich eine Möglichkeit zu ergeben, wie ich günstig an den schwarzen Drachen rankommen könnte, den es nur in den Staaten gibt (gab?), und kurz danach zerfällt sie wieder. Sieht schwer nach Fluch aus...
2. Mir ist ein Seitenteil einer der Truhen aus HeroQuest abhanden gekommen, und das bei einem Spiel, das noch die bespielt wurde. Aber ich weiß ja auch nicht so genau, wo sich der Zwerg versteckt hält...
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Was ist mit der Üstra los?
In letzter Zeit kann man gar merkwürdige Beschriftungen entdecken, wenn man in Hannover steht und auf ein Schlangentaxi wartet. Und zwar an selbigen.
Ganz offensichtlich weiß das eine Beschriftungsfeld der Strapazenbahn nicht, was das andere tut. So entdeckte ich z.B. an einer 10 nach Ahlem an der Seite die Nummer 6. Ebenso konnte man (ebenfalls an einer 10 richtung Ahlem) letzte Woche auf dem vorderen Laufschild die Aufschrift "Aegidientorplatz" bewundern, genau der Endpunkt, von dem sie gerade kam.
Interessant war auch das gezeigte Ziel "Wallensteinstraße", die nun überhaupt gar nicht auf der Strecke liegt (Endpunkt der 17).
So oder so ähnlich irren die Bahnen nun täglich durch die Stadt.
Da fragt man sich glatt: Was ist mit der Üstra los? Kein Geld mehr für die Wartung? Kennen die Zugführer ihre Strecke nicht? Oder will man nur die Kunden verwirren oder amüsieren? Fragen über Fragen...
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